A Legacy of Love - Mark II (CD)
(Reartone Records)
2005
"Die Band verbindet mit romantisch-phantasievoller Ader Goth Rock, Irish Folk und Dark Wave zu einem sanftmütigen Cocktail und garniert ihn mit einer bittersüßen Metalfrucht. Hochmelodisch und von verspielter Energie umhaucht agiert man mal druckvoll, mal melancholisch, lässt aber auch die bedrückend düstere Seite nach außen. Die atmosphärisch dichten Kompositionen werden neben fetten Saiten und rhythmischen Drums auch von klassischen Instrumenten inszeniert. Gesangstechnisch arbeitet man mit einer glasklaren weiblichen Stimme und dunkel, warmen männlichen Stimmbändern, die ab und an zu aggressiven Ausbrüchen neigen. Die rauhe, unberührte Natur erscheint ebenso vor dem imaginären Auge wie ein frisch gezapftes Guinness in einem abseits gelegenen Pub. Es gelingt durch abwechslungsreiches Songwritin den Hörer durch die verschiedensten Gefühlswelten zu schicken. Herrlich das balladeske, von einem Klavier-Intro eingeleitete „"Dancing in the Midnight Sun“": Ein akustischer Orgasmus mit leidenschaftlichen Gesängen dargeboten und gipfelnd in einen durch und durch betörenden Refrain. „"Baleias Bailando“" erinnert mit folk-rockigen Charme an Bands wie „Oyster Band“ oder „Fiddler's Green; auf der anderen Seite lässt man durch gelegentliches Einfließen von Pop-Appeal Erinnerungen an Schandmaul“ wach werden, allerdings agiert Antichrisis dabei wesentlich facettenreicher, was vor allem die dunkle Ballade „"Planet Kyrah"“ beweist: Hier winkt selbst der gute alte Carl McCoy zufrieden aus seinem Grab. Genau so bestechend ist "„End of December“": Die Akustikgitarre schleicht über eine gotische Atmosphäre, und die Art, wie der Chorus zelebriert wird und zum Mittelpunkt mutiert, erinnert mich komischerweise an Boa und hat gar etwas Stranglers-Feeling. Eine wirklich schöne Platte."
Amboss No. 2/05, Germany
"ANTICHRISIS ist als Band in ständig wechselnder Besetzung seit 1995 aktiv und verbindet Folk-Rock mit Elementen aus Pop, Metal und Dark Wave, ohne dabei konkret zu einer der Szenen zu tendieren. Nach drei Alben war durch vermehrte persönlichen Rückschlägen des Bandgründers Sid aber erst einmal Pause angesagt und bevor diese mit dem neuen Album "The Legacy Remains" im nächsten Jahr endgültig beendet wird, wurde jetzt das zweite Album noch einmal neu eingespielt und somit Vergangenheitsbewältigung betrieben. Zwar kenne ich das Original nicht, aber die nun vorliegende zweite Version ist sehr schön und unerwartet poppig ausgefallen, da mich einige Passagen an alte Mike Oldfield-Glanzzeiten erinnern und der irische Einfluß diesmal besonders hervorgehoben wurden. Die letzten der zum Teil recht langen 11 Songs gehen dann ein wenig mehr in Richtung Metal, was das Album letztendlich zum Abbild des Auf und Ab in einer Liebesbeziehung macht und da kennt sich Sid wohl ziemlich gut aus. Trotz dieser augenscheinlichen Brüche ergeben die mehr als 70 Minuten von "A Legacy Of Love Mark II" eine geschlossenes Ganzes zwischen glockenhellen Elfengesang, dunklen Männertenor, folkiger Instrumentierung, härterer Gangart und lupenreinen Pop- bzw. Rock-Songs. Für Mike Oldfield- und Enya-Fans interessant wie für die Gothic Metal-Fraktion."
Black No. 44/2006, Germany
"Warum ANTICHRISIS immer noch eher ein Geheimtipp sind anstatt kommerziell richtig durchzustarten, ist mir ein Rätsel, denn das Potential dazu haben sie, zumal der Mainstream Markt sich in den letzten Jahren mehr und mehr „härteren“ Sounds geöffnet hat.
Aufmerksam wurde ich auf ANTICHRISIS durch ihr Debütalbum „Cantara Anachoreta“, welches noch eher in die Gothic/Doom Richtung passte; allerdings arbeitete man damals schon mit vielseitigen Einflüssen. Diese Vielseitigkeit und Aufgeschlossenheit kam dann auf dem Zweitwerk dieser einst als Ein-Mann Projekt gestarteten Band zum Tragen, und „A Legacy Of Love“ spielte sich 1998 mit seiner Leichtigkeit und Verspieltheit in die Herzen vieler toleranterer Musikfans. Genau dieses Album wurde anno 2005 neu aufgelegt und mit einem neuen, besseren Sound versehen, wobei es Ansichtssache ist, welchen Sound man bevorzugt, denn das Original hatte durchaus seinen Charme. Kommen wir daher lieber auf das Musikalische zu sprechen - und das hat es in sich.
Vorab sei gesagt, dass weniger aufgeschlossene Metalfans wohl nicht allzu viele Sympathien für „A Legacy Of Love Mark II“ entwickeln werden, toleranteren Naturen möchte ich diese Scheibe aber wärmstens ans Herz legen. ANTICHRISIS verbraten auf diesem Album so ziemlich alles, was ihnen gefällt, und sie mischen Elemente aus Folk, Gothic, Rock, Metal, Soundtrack oder Pop mit einer ungeheueren Leichtigkeit und vor allem mit einem unglaublichen Händchen für einprägsame Melodien. Songs wie „Our Last Show“ oder die fröhlichen Folk-Rocker „Nightswan“ und das von einem herrlichen Gesangsduell von Bandkopf Sid und Sängerin Lisa getragene „Baleias Bailando“ besitzen durchaus Chartspotential und das Gehirn weiß hinterher schon gar nicht mehr, welche dieser grandiosen Melodien es geistig abspielen soll. Dass man es auch ernsthafter und atmosphärischer hinkriegt, beweisen ANTICHRISIS z. B. im fantastischen Opener „How Can I Live On The Top Of The Mountain?“, das mit seinem einsamen Dudelsack und leichten Synthieklängen im Hintergrund „Braveheart“-mäßige Landschaften heraufbeschwört bevor man nach wenigen Minuten in ein fröhliches Folk-Rock-Stück überleitet. Oder man nehme das anfangs noch etwas sperrige „Planet Kyrah“ oder den tollen Abschiedssong „The Farewell“. Trotz der nicht zu verleugnenden Massentauglichkeit einiger Kompositionen gehen ANTICHRISIS niemals seicht oder allzu simpel vor - im Gegenteil: Nicht wenige Songs haben Überlänge und wissen durch ihren hohen Abwechslungsreichtum zu überzeugen, so wie vor allem das etwas an WITHIN TEMPTATION erinnernde „The Sea“ oder das einzige wirklich düstere, dunklere Stück „Trying Not To Breathe“. Auf der anderen Seite sind auch die kürzeren Tracks mit so vielen liebevollen Details ausgestattet, dass sie nie langweilig werden sondern auch auf längere Hinsicht überzeugen.
Mit „A Legacy Of Love Mark II“ hätten es ANTICHRISIS verdient, ein wenig bekannter zu werden, denn die Mischung ist exzellent, die Melodien wunderschön und langweilig wird es auch nie. Es ist halt auch eine Frage der eigenen Toleranz, aber wer sowohl auf Folk Sounds a la BLACKMORE’S NIGHT als auch auf Gothic mit Pop Appeal wie etwa bei WITHIN TEMPTATION steht, sollte unbedingt mal reinhören" (5 von 5 Punkten)
http://www.blooddawn.de/reviews.php3?showID=1681
"ANTICHRISIS haben die schöne Stimme von Sängerin Lisa in die hymnisch-epischen Werke eingefügt, die Flöten-Parts, harte Riffs, lässige Drums und viele weitere Instrumente aus dem Folk untermalt und einen wehmütigen Klang in teilweise flockige Grooves bringt („Nightswan“). ANTICHRISIS haben zwar fast schon düster-romantische Epen am Start („Planet Kyrah“), aber auch fröhliche Momente sind ihnen nicht fremd („Our Last Show“, „Forever I Ride“), wie auch relativ harsche Töne („Trying Not To Breathe“)... Highlight ist das 10minütige „The Sea“, das wie ein gewaltiges Meer auf und ab wogt. Aber die 71 Minuten muss man an einem Stück, in einem Fluss hören. "A Legacy Of Love Mark II“ ist eine hervorragende, entspannende und schöne Scheibe, die jedem aufgeschlossenen Fan zwischen Mike Oldfield, Dire Straits und Blackmore's Night gefallen sollte! Mich begeistert sie bei jedem Hören aufs Neue." (12 von 13 Punkten)
http://www.bright-eyes.de/baseportal/CDs/kritikendetail&Id==5774
"Tatsächlich handelt es sich bei Antichrisis um einen der letzten erträglichen Vertreter des Genres Folkpunk. Das erstaunt nach der Invasion der Paddy-Kapellen, selbst wenn man gut gespielte Uilleann Pipes als Bonuspunkt ins Feld führen kann. Doch "A Legacy Of Love - Mark II" macht gute Laune, und das liegt in erster Linie am außergewöhnlich guten Songmaterial. Die neue CD entpuppt sich beim näheren Hinschauen dann auch als neu eingespielte „Greatest Hits“. Die Neueinspielung des alten Materials hat sich gelohnt, manches klingt jetzt eher nach den kommerziellen Ausflügen eines Donal Lunny, anderes nach New Celtic Folk à la Paperboys... Definitiv geht Antichrisis mit "A Legacy Of Love - Mark II" aber den richtigen Weg, auch wenn der Abschied von alten Gewohnheiten noch schwer fällt."
Folker No. 7/2006, Germany
"Dieses Album erzählt emotionale Geschichten von Trennungsschmerz und verlorener Leidenschaft, wälzt sich in der wunden Vergänglichkeit der Liebe, ohne dabei kitschig oder aufgesetzt zu wirken. Vollendet schöne Melodien und poetische, bildhafte Sprache harmonieren hier auf kraftvolle Weise. Irish Folk, Gothic, Elektrosounds und Pop-Einflüsse geben sich die Klinke in die Hand, so dass sich mancher Hörer an Sally Oldfield oder Blackmore's Night erinnert fühlen wird. Auch Lacuna Coil-Fans werden aufgrund der Vocal-Monologe und Dialoge (male/female Wechselgesänge) voll auf ihre Kosten kommen. Der männliche, basslastige Gesang läßt gedankliche Vergleiche mit Sven Brandes (Rosenfels) entstehen und verleiht Nummern wie "Forever I Ride", "Dancing In The Midnight Sun", "Baleias Bailando", "Planet Kyrah" oder "End Of December" eine magische Anziehungskraft. Antichrisis wandeln mit "A Legacy of Love Mark II" zwischen den unterschiedlichsten Musikstilen umher, ohne sich jemals festzulegen. Genau das Richtige für ruhige und entspannte Stunden!"
Germanrock No. 11/2006, Germany
"Es beginnt wie eine Neuinterpretation des "Titanic"-Soundtracks, wandelt sich zum Irish-Folk mit Anleihen von Blackmore's Night und wird zu guter letzt mit Metal-Elementen gewürzt. Ein gewagter Spannungsbogen, der dennoch funktioniert. 1998 zum ersten Mal veröffentlicht, entschloss sich Antichrisis-Mastermind Sid im Jahr 2005 alle Songs noch einmal neu einzuspielen. Denn in der Zwischenzeit war sein Projekt fast zum Erliegen gekommen, und den Neuanfang sollten bekannte Songs in neuem Soundgewand markieren. Entstanden ist ein stimmungsvolles Album, das in erster Linie von folkloristischen Rockweisen dominiert wird. Instrumente wie Uilleann Pipes und Whistles lassen den lebendigen Hauch der grünen Insel durch die Musik von Antichrisis wehen. Und die fantastische Stimme von Lisa legt einen wahren Zauber über die Szenerie. Vom Potenzial her hätte das Material auf "A Legacy Of Love Mark II" sogar für zwei Platten gereicht..."
Gothmung No. 5/2006, Germany
"1998 veröffentlichten ANTICHRISIS ihr zweites Album "A Legacy of Love" und katapultierten sich mit ihrer Mischung aus Celtic Folk, atmosphärischem Rock und tiefer Melancholie in meiner Gunst ganz weit nach vorne.
Was 1995 in der Eifel als Soloprojekt im wahrsten Sinne des Wortes begann, hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre zu einer echten Band entwickelt. Als "A Legacy of Love" entstand, waren ANTICHRISIS mit Sid und Näx immerhin schon ein kreativ funktionierendes Duo, dem die damalige Plattenfirma die zur Umsetzung der musikalischen Visionen unabkömmliche Sängerin vermittelte.
Um zu verstehen, weshalb es nun 2005 eine Neuveröffentlichung gibt, muss man sich vergegenwärtigen, dass ANTICHRISIS in erster Linie ein Ventil sind, mit dem Chefdenker und -lenker Sid seinen Gefühlen Ausdruck verleiht und mit der Außenwelt kommuniziert. Durch gravierende Veränderungen im persönlichen Umfeld und nach der Meisterung einer schweren Lebenskrise "fühlte sich das Album einfach nicht mehr richtig an", und Sid wäre nicht er selbst, würde er danach einfach zur Tagesordnung übergehen.
So wurde der heiß ersehnte "Pefume"-Nachfolger erst einmal auf Eis gelegt und "A Legacy of Love" in Form von "A Legacy of Love Mark II" noch einmal neu aufgenommen. Sollte zunächst lediglich der ursprünglich verwendete Drumcomputer durch organische Schlagzeugsounds ersetzt werden, stand am Ende des Überarbeitungsprozesses eine nahezu komplette Neueinspielung. Das ist unüberhörbar und was die Klangfärbung angeht, rücken die Kompositionen damit wesentlich näher an die bisher bekannten Demoversionen des "Perfume"-Nachfolgers "The Legacy remains" heran. Dennoch ist es gelungen, den ursprünglichen Charakter und die Atmosphäre der Stücke weitestgehend zu erhalten. ANTICHRISIS haben im Prinzip also nichts anderes getan, als die Songs ihrer Vergangenheit aufzupolieren und der neuen Bandsituation anzupassen.
Der Klasse der Kompositionen tut das keinen Abbruch und in dieser Hinsicht ist "A Legacy of Love Mark II" ein Meisterwerk. Wer bislang Juwelen wie "Our last Show", "Baleias Bailando" oder "The Farewell" nicht kennt, die die Brücke zwischen emotionalem Celtic Folk und atmosphärischem Gothic Rock schlagen, sollte sich diese zweite Chance mit dem bisher unveröffentlichten "End of December" nicht entgehen lassen."
http://www.home-of-rock.de/
"Das 1998 veröffentlichte "A Legacy Of Love" hat damals zwar durchweg gute Kritiken bekommen, dennoch ist die Band irgendwie untergegangen, anstatt mit dieser Folk-Pop-Perle mit Metal- und Gothic-Anleihen so richtig durchzustarten. Nun arbeitet man an einer neuen CD, und um die lange Wartezeit zu überbrücken, hat man "A Legacy Of Love" einer Runderneuerung unterzogen. Sämtliche Songs wurden komplett überarbeitet und neu eingespielt, lediglich die originalen Gesangsspuren blieben erhalten. Am stärksten macht sich dies natürlich dadurch bemerkbar, dass der Drumcomputer der Originalversion durch echte Drums ersetzt wurde. Dazu gibt es mit "End Of December" ein bisher unveröffentlichtes Stück zu hören. ANTICHRISIS gehen recht vielseitig vor. Es überwiegen jedoch sanfte Klänge, Midtempo-Songs mit zurückhaltendem, straightem Drumming, akustischen Rhythmusgitarren, dezenten Keyboards und der zauberhaften Stimme der damaligen Sängerin Lisa, deren mittelhoher Gesang zwar elfenhaft wirkt, aber dennoch alles andere als dünn ist. Ihre Stimme ist sehr gut ausgebildet und besitzt eine enorme Ausstrahlung. ANTICHRISIS haben genau die richtige Mischung gefunden: Die Musik auf "A Legacy Of Love Mark II" ist entspannend und atmosphärisch, aber auch voll von intelligenten Ohrwurm-Melodien, die auch nach längerer Zeit noch keine Abnutzungserscheinungen zeigen."
http://www.vampster.com/artikel/show/?id=15328
"Der ein oder andere wird das ANTICHRISIS Album „A Legacy Of Love”, welches 1998 über Napalm Records erschien, sicher noch im Regal stehen haben. Nach einer mehrjährigen Pause kehren ANTICHRISIS nun mit neuer Besetzung und altem Material zurück, denn um sich bei den Leuten wieder in Erinnerung zu rufen, entschloss sich Macher Sid, das besagte Album noch einmal komplett einzuspielen, um so auch direkt einen Anknüpfungspunkt für die demnächst erscheinende Fortsetzung „The Legacy Remains“ zu haben.
Musikalisch bleibt auf der Neuaufnahme von „A Legacy Of Love“ indes alles beim Alten, einzig die Produktion klingt druckvoller und dank anderer Musiker wurden die Stücke mitunter abweichend vom Original interpretiert. Musikalisch lassen sich ANTICHRISIS mit der Scheibe grob zwischen (Irish) Folk, leichtfüßiger Pop-Musik und schwermütigem Gothic Metal einordnen, wobei sich die schwermetallischen Einflüsse auf ein paar härtere Gitarren gegen Ende des Album reduzieren. Ansonsten dominieren Akustik-Gitarren, allerlei Flöten und Thin-Whistles sowie atmosphärische Keyboard- und Piano-Parts das Geschehen. Wer weiß, vielleicht war es tatsächlich die klügste Entscheidung, die Rückkehr mit altem Material einzuläuten, denn über mangelndes Hitpotential kann man sich auf „A Legacy Of Love“ wahrlich nicht beklagen (u. a. "Nightswan", "Dancing In The Midnight Sun", und "Baleias Bailando" sind allesamt sehr beharrliche Ohrwürmer!) und mit dem entsprechenden Marketing lassen sich sicher noch sehr viele Leute erreichen, denn die elf vorliegenden Stücke (samt dem bis dato unveröffentlichten "End Of December") dürften eigentlich allen Fans von Blackmore’s Night, Loreena McKennith, Dead Can Dance oder auch The Pogues gleichermaßen zusagen."
Legacy No.6/2006, Germany
"Dass die Liebe magisch, unberechenbar und wunderschön ist, darüber brauchen wir nicht reden. Dass die Überbleibsel dieser die gleichen Auswirkungen haben können, das beweisen Antichrisis in ihrer Neuaufnahme “A Legacy of Love Mark II” beeindruckend.
Anfangs das Ein-Mann-Projekt von Sänger Sid, entwickelte sich Antichrisis schnell zu einer beachteten Newcomerband. Das erste Demo-Tape entstand 1996 in Zusammenarbeit mit Gastsängerin Willowcat, das gleich begeisterte und schließlich bereits im September zu einem Plattenvertrag mit Ars Metalli und dem Debütalbum “Cantara Anachoretta” verhalf. Eine eigenständige und unverwechselbare Platte, die die beiden in nur 14 Tagen einspielten.
Zwei Jahre später veröffentlichte Sid “A Legacy of Love”, an das er 2007 mit “A Legacy remains” anknüpfen wird. Um nun diesen inhaltlichen Zusammenhang wieder hervorzuheben, begann er 2006 mit der Neuaufnahme bei Reartone Records, unterstützt von Alexander May, Jens Bachmann, Tilo Rockstroh, Jens-Nils Kuge und natürlich der wundervollen Stimme von Katja Bartsch.
Eine Neuaufnahme, die sich wahrhaftig gelohnt hat. Die Aufnahmen bestechen durch ihre mitreißenden Klänge, aber auch durch eine Verträumtheit, die einen die Welt vergessen lässt. Wenn Katja in “Nightswan” ihre unverwechselbare klare Stimme erhebt und eine Hymne an ihre Liebe singt, kann man schon mal die Arbeit, den Stress und das schlechte Wetter vergessen.
Auch Balladen wir “Our last show”, langsam getragen von Keyboards, einem stetigen Drumtakt und fast unauffälligen Gitarren, stehen Antichrisis gut zu Gesicht. Auch hier ist Katja wieder die Hauptmelodieträgerin und meistert diese Aufgabe mit Bravour. Wo andere Sängerinnen mit der Höhe des Gesangs übertreiben und eher stören als unterstützen, wirkt Katjas Stimme eher mitreißend.
In “Baleias Bailando” wird man durch den Wechselgesang von Katja und Sid mehr an irischen Folkmusik erinnert, was wohl hauptsächlich an der Fertigkeit von Näx an den Flöten liegt - unwillkürlich entsteht das Bild des weiten wilden Landes vor dem inneren Auge.
Doch auch die anderen Musiker kommen in den Genuss der Aufmerksamkeit: So beginnen “Trying not to breath” und “Dancing in the Midnight Sun” langsam getragen vom Klavier und Sids rauher, trauriger Stimme. Zwischenzeitlich ein kurzes, stürmisches Aufbegehren durch Gitarre und Drums, dann fährt er fort mit seiner Anklage, sein Vertrauen gebrochen und ihn ausgenutzt zu haben...
“A Legacy of Love Mark II” beendet die Reise in die Traumwelt mit “The Farewell”, zu dessen Klängen Sid seinen Text schon fast erzählt und wieder einmal beweist, wie herrlich Melodie und Stimme harmonieren können... Die Neuaufnahme des Albums hat sich definitiv gelohnt - nicht nur für Fans der Band ein Muss."
"Es war lange still um die deutsche Gothic-Folk-Hoffnung ANTICHRISIS, doch nun hat sich Bandkopf Sid entschlossen, den Bandklassiker "A Legacy Of Love" aus dem Jahre 1998 mit runderneuerter Besetzung komplett neu einzuspielen. Das Resultat kann sich auch wirklich hören lassen, auch wenn die Unterschiede zum Original nicht allzu gravierend geworden sind. Dennoch sind Songs wie "How Can I Live On Top Of A Mountain", "Nightswan" und "The Sea" damals wie heute echte Genreklassiker, die man mal gehört haben sollte."
Heavy oder was? No. 06/2006, Germany
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